Fraktionsbericht FDP Obersiggenthal zur 2. Einwohnerratssitzung am 19. März 2026
Die Unterlagen zu dieser zweiten Sitzung des Jahres und der Legislaturperiode findet man hier: https://www.obersiggenthal.ch/politik/einwohnerrat/sitzungen-2025-1/ . Die Rundschau Nord berichtet in ihrer Ausgabe vom 12. März über die Sitzung: https://ihre-region-online.ch/wp-content/uploads/2026/03/RSN_1126_150dpi.pdf.
Bettina Lutz informierte anfangs über die kommenden Einschränkungen für den Busverkehr in Rieden aufgrund von Strassenarbeiten in Ennetbaden. Die Vorbereitungen für den Lotsendienst auf den Schulwegen laufen, Start ist aber frühestens mit dem neuen Schuljahr 26/27.
Das erste Geschäft, fast schon Gewohnheit in den letzten Sitzungen, war eine Kreditabrechnung für die Erneuerung der Funkinfrastruktur für die Feuerwehr. Die Kreditabrechnung wurde einstimmig genehmigt.
Beim nächsten Geschäft, und dem wichtigsten des Tages, handelte es sich um den Verpflichtungskredit Strassen- und Werkleitungssanierung Landstrasse K114 Abschnitt Kirchdorf. Beantragt wurden CHF 5'500'300 inkl. MwSt.. Der Einwohnerrat genehmigte den Verpflichtungskredit für dieses Projekt, das eine langjährige Gesamterneuerung der Landstrasse einläutet. Abgelehnt wurde es nur von Teilen der SVP, die es als Prestigeprojekt bezeichnete. Als nächstes kommt dieses Projekt zur Abstimmung in der Gemeinde.
Für die FDP kommentierte Christian Blum: Es ist erfreulich, dass die beantragten Verpflichtungskredite für die Sanierung des Abschnitts Kirchdorf der K114 bereits recht genau im aktuellen Finanzplan der Gemeinde abgebildet sind. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Kosten im Finanzplan vor allem 2028 und 2029 anfallen sollen, während die jetzige Planung einen Baustart erst für Frühling 2029 vorsieht. Trotzdem sollten wir hier nicht mit einer ähnlichen negativen Überraschung wie bei der Sanierung des Kirchwegs konfrontiert sein. In den dem Einwohnerrat vorgelegten Zahlen ist bereits eine Sicherheitsmarge von 10% eingeplant, auch ist es wahrscheinlich, dass sich der Bund mit einem Betrag von 1.4 Mio Franken an den Kosten beteiligt, wovon ca 500'000 Franken der Gemeinde Obersiggenthal zukommen würden. Da die Kosten aber erst in 3-4 Jahren anfallen, ist es gut möglich, dass ein grosser Teil der Sicherheitsmarge der Inflation und unvorhergesehenen Kosten zum Opfer fällt.
Was sind die Optionen die wir heute abend haben?
Wir könnten die Verpflichtungskredite aus Kostengründen in ihrer Gesamtheit ablehnen und das Projekt dadurch kippen. Das erscheint nicht sinnvoll, da die Kosten einer reinen Sanierung nicht wesentlich unter den jetzt vorgestellten Kosten liegen, und da es den Entwicklungsrichtplan für die Landstrasse zu einem sehr späten Zeitpunkt torpedieren und dadurch den Status Quo über 10+ Jahre zementieren würde.
Insgesamt vermittelt die Planung von Kanton und Gemeinde einen sehr soliden Eindruck. Es handelt sich bei dem vorgelegten Projekt nicht nur um eine Sanierung, sondern es wird ein substantieller Mehrwert für die Einwohner von Obersiggenthal geschaffen. Eingeläutet wird eine langjährige Neugestaltung der Landstrasse über ihre ganze Länge in Obersiggenthal. Dieses Projekt, das mehrere Jahre in der Planung ist, und zu dem sich die Parteien wie auch die Einwohner schon 2025 äussern konnten, hat im Moment keine Alternative, und sollte schon aus diesem Grund direkt vor das Volk kommen, und nicht durch den Einwohnerrat bereits im Keim erstickt werden.
Wir könnten die Verpflichtungskredite ablehnen und verlangen, dass die Neugestaltung der Landstrasse mit verbindlichen Zusagen des Kantons zur Zentrumsentlastung ZEL lang+ verbunden wird. Hier sitzen wir mit Sicherheit am kürzeren Hebel. Der Kanton wird dann die Sanierung der Landstrasse in Kirchdorf forcieren. Und: die Landstrasse bleibt mit oder ohne ZEL eine zentrale Verkehrsader, die adequat gestaltet werden muss
Gibt es Aspekte des Projekts, die offensichtlich planerisch verbessert oder gestrichen werden könnten? Das vorgelegte Projekt adressiert die Mehrzahl der bekannten Probleme: Sicherheitsdefizite, Erschliessung Kirchdorf, Verkehrslärm, Hochwasserrisiken, zu erneuernde Werkleitungen und mehr. Was es nicht macht: es reduziert nicht per se den motorisierten Individualverkehr durch Obersiggenthal. Es nimmt aber der Landstrasse den Charakter einer Verkehrsschneise in der Ortschaft, und signalisiert dem Autofahrer mehr als heute, dass man sich in einer Ortschaft befindet, die ein Eigenleben hat, und die die Mobilitätsbedürfnisse der Einwohner nicht gänzlich dem Durchgangsverkehr unterordnet. Und vielleicht müssen wir uns auch selbst an die Nase fassen, und öfters auf das Velo und in den Bus, als in das Auto steigen.
Man könnte nun die Idee haben, die Begrünung zu streichen. Dann wären wir wieder bei einer zugeteerten Schneise durch den Ort. Sollte die Begrünung sich aus irgendeinem Grund als problematisch herausstellen, kann sie später sicher zu vertretbaren Kosten entfernt werden. Nachträglich hinzugefügen wird man sie aber nicht können.
Vielleicht werden sich Aspekte des Kirchdorfer Abschnitts nach der Realisierung als problematisch herausstellen. Es besteht aber die Möglichkeit, dass Probleme in der zweiten und dritten Phase der Neugestaltung der Landstrasse behoben werden.
Die FDP Fraktion bedankt sich bei Gemeinde und Kanton für die sorgfältige und visionäre Planung der Neugestaltung des Kirchdorfer Abschnitts der Landstrasse, und stimmt den diesbetrefflichen Anträgen des Gemeinderates zu.
Die FDP Obersiggenthal wird sich auch am elektronischen Anhörungsverfahren des Kantons zum Gesamtverkehrskonzept Raum Baden und Umgebung beteiligen, und sich dabei für eine Priorisierung von ZEL lang+ einsetzen, respektive für alternative Massnahmen, die den Verkehr durch Obersiggenthal reduzieren.“
Als nächstes wurde die Motion von SP und GLP zur Begrünung der Kiesfläche beim Schulhaus Bachmatt diskutiert. Dieses Thema gab interessanterweise mehr Anlass zu Diskussionen als die Neugestaltung der Landstrasse. Der Gemeinderat lehnte die Motion ab, da es keinen Sinn ergibt, mit der Neugestaltung des Bachmatt Areals zu beginnen, wenn die Schulraumplanung noch nicht vorliegt, also unklar ist, was mit dem Schulhaus geschehen wird. Der Einwohnerrat lehnte die Motion schliesslich ebengalls ab. Für die FDP kommentierte Andreas Leupin:
„Die FDP-Fraktion ist der Meinung, dass die Aufwertung des Kiesplatzes zum heutigen Zeitpunkt, das heisst, bevor voraussichtlich Mitte Jahr mehr Klarheit zur Schulraumplanung besteht, verfrüht und die diesbezügliche Empfehlung des Gemeinderats zur Nichtüberweisung der Motion nachvollziehbar ist. Dazu ist insbesondere auch zu beachten, dass der Masterplan zum Bachmatt-Areal bereits im Jahr 2021 vom Gemeinderat verabschiedet wurde, aber erst 2022 der grundlegende Sanierungsbedarf für das Bachmattschulhaus (maroder Dachstock) erkannt wurde.
Im Masterplan 2021 wurde zwar basierend auf dem damaligen Wissensstand die Aufwertung des Kiesplatzes als mögliche, schnell und kostengünstig realisierbare Sofortmassnahme deklariert. Obwohl eine solche Aufwertung des Kiesplatzes zwar wünschenswert ist, ist sie aber für die FDP mit dem heutigen Wissen zum Zustand des Bachmatt-Schulhauses absolut nicht prioritär. Im Zentrum steht vielmehr jetzt die Klärung des notwendigen Sanierungsbedarfs und unter Berücksichtigung einer belastbaren Schulraumplanung die Sicherstellung einer optimal aufeinander abgestimmten Umsetzung der verschiedenen Massnahmen des Masterplans für das Bachmattareals und der Sanierung des Bachmattschulhauses. Dies ist eine Frage der richtigen Priorisierung: Wenn ich ein altes Haus saniere, verputze ich ja auch nicht als erstes alle Wände neu, obwohl absehbar ist, dass die Wasserleitungen in den Wänden unter Umständen marode sind und die Wände kurze Zeit später wieder aufgespitzt werden müssen.
Aus diesem Grund lehnt die FDP-Fraktion zum jetzigen Zeitpunkt die Überweisung der Motion und damit den Auftrag an den Gemeinderat für eine voreilige Budgetierung und Realisierung der Aufwertung des Kiesplatzes an der heutigen Einwohnerratssitzung geschlossen ab, da aktuell noch keine belastbaren Aussagen möglich sind, ob und wie es mit dem Schulhaus Bachmatt weitergeht und ob auf dem Kiesplatz allfällige Schulraumprovisorien während der Sanierung des Schulhauses realisiert werden müssen. Die Ablehnung begründet sich also nicht damit, dass die FDP mit dem Grundgedanken hinter der Motion nicht einverstanden wäre, sondern dass basierend auf dem aktuellen Wissensstand eine Terminierung der Aufwertung des Kiesplatzes, wie auch in der angepassten Motion vorgesehen, schlicht verfrüht und nicht belastbar ist.“
Das letzte Geschäft, die Stellvertreterregelung für den Einwohnerrat, wurde verschoben, da es neuen Input vom EWR zur Gestaltung der Regelung gab.
Fraktionsbericht FDP Obersiggenthal zur 1. Einwohnerratssitzung am 15. Januar 2026
Die Unterlagen zu dieser ersten Sitzung des Jahres und der Legislaturperiode findet man hier: https://www.obersiggenthal.ch/politik/einwohnerrat/sitzungen-2025-1/ . Die Rundschau Nord berichtet in ihrer Ausgabe vom 22. Januar über die Sitzung: https://ihre-region-online.ch/wp-content/uploads/2026/01/RSN_0426_150dpi.pdf.
Zu Beginn der Sitzung würdigte Bettina Lutz ausführlich den am 25. November 2025 verstorbenen ehemaligen Präsident des Einwohnerrats Stefan Semela, und der Einwohnerrat erhob sich zu einer Gedenkminute. Die Traueranzeige der FDP Obersiggenthal erschien am gleichen Tag in der Rundschau Nord. Die Trauerfeier für Stefan fand am 16. Januar unter grosser Anteilnahme in der katholischen Kirche in Kirchdorf statt. Stefans Tod bleibt unfassbar.
Es folgten, wie zu Beginn jeder Legislaturperiode, die Inpflichtnahme des Einwohnerrats, und die Wahlen für die verschiedenen Ämter. Christian Buser (Mitte) wurde zum Präsidenten des Einwohnerrats gewählt, Daniel Gadient (SVP) zum Vizepräsidenten. Fiko, Stimmenzähler und Wahlbüro wurden gemäss den Wahlvorschlägen bestimmt. Marcus Eberhardt vertritt die FDP in der Fiko, und folgt dabei auf Urs Furrer, dem an dieser Stelle für sein langjähriges Wirken in der Fiko gedankt sei. Die FDP Fraktion stellt die nächsten beiden Jahre keinen Vertreter im Präsidium oder bei den Stimmenzählern. Christoph Villiger war in den ersten beiden Jahren der letzten Legislaturperiode Präsident des Einwohnerrats, Ursi Spinnler ohne Unterbruch über sechs Jahre hinweg Stimmenzählerin. GLP und SVP stellen nun die Stimmenzähler. Yvonne Pieren ist erneut im Wahlbüro. Mit Muriel Pieren und Nils Villiger ist auch erfreulicherweise der Nachwuchs zweier FDP Familien im Wahlbüro vertreten.
Für die FDP im Einwohnerrat sind in dieser Legislaturperiode:
- Andreas Leupin
- Ursi Spinnler
- Paloma Spiess
- Marcus Eberhardt
- Christian Blum
Der Einwohnerrat hat 11 neue Mitglieder. Nach vier Jahren Pause sind auch die Grünen mit einer Vertreterin dabei, die sich der SP Fraktion angeschlossen hat. 14 von 40 Einwohnerräten, oder 35%, sind weiblich. Unsere Paloma Spiess ist das jüngste Mitglied des Einwohnerrats.
Nach den Wahlen informierte Bettina Lutz den Einwohnerrat, dass das während der Strommangellage erworbene Notstromaggregat für das Gemeindehaus wieder verkauft worden sei. Das Notfallkonzept wird komplett überarbeitet werden, Investitionen werden getätigt, wenn das neue Konzept verabschiedet ist. Das von SVP und GLP später in der Sitzung vorgebrachte dringliche Postulat wurde dadurch gegenstandslos, und die Dringlichkeit wurde vom Einwohnerrat abgelehnt.
Auf Initiative von Ursi Spinnler nahm Gemeinderat Peter Huber Stellung zur Frage, ob es in Obersiggenthal Massnahmen im Nachgang zur Brandkatastrophe in Crans Montana geben wird. Der Gemeinderat hat das Thema diskutiert, es kann davon ausgegangen werden, dass der Einwohnerrat in den nächsten Sitzungen mehr zu dem Thema hören wird.
Das erste ordentliche Geschäft an der Sitzung war das Postulat der FDP-Fraktion betreffend Verbesserung der Nachvollziehbarkeit des Investitionsplans in der jährlichen Aufgaben- und Finanzplanung. Der Gemeinderat war bereit, das Postulat entgegenzunehmen, der Einwohnerrat überwies es mit 37 zu 1 Stimmen. Christian Blum kommentierte das Postulat. Auslöser für das Postulat war, dass die Neugestaltung des Kirchwegs über mehrere Jahre mit CHF 2’000’000 im Investitionsplan vermerkt war, dann aber CHF 6'125'000 dafür vom Gemeinderat beantragt wurden. Die Zusammenfassung des Postulats: Der Gemeinderat wird beauftragt, die Nachvollziehbarkeit der Angaben zu den Projekten im Investitionsplan der jährlichen Aufgaben- und Finanzplanung zu gewährleisten. Durch diese Massnahme soll die Datenqualität des Investitionsplans verbessert werden, und die jährliche Aufgaben- und Finanzplanung akkurater und belastbarer werden. Die Umsetzung dieser Massnahme soll mit dem Budget 2027 erfolgen.
Bei dem letzten Geschäft des Tages ging es um die befristete Anstellung eines zusätzlichen Mitarbeiters für die Wasserversorgung für das Jahr 2026 (40 Stellenprozent, CHF 40’000). Andreas Leupin kommentierte das Geschäft für die FDP. Die FDP Fraktion befürwortete einstimmig den Vorschlag des Gemeinderats. Nötig wird diese Erhöhung durch die anstehenden grossen Ausbau- und Sanierungsprojekte in der Wasserversorgung.